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Pflichten

Bei der Betreuung hat der Betreuer unabhängig von den Aufgabenkreisen die Pflicht, sich um das Wohl des Betreuten zu kümmern und dabei - soweit möglich - auch die subjektiven Wünsche des Betreuten zu berücksichtigen. Gerade wegen dem letzten Punkt ist eine Betreuung immer auch als eine persönliche Beratung und Hilfe zu verstehen. "Persönlich" bedeutet dabei, daß der Betreuer in regelmäßigen Zeitabständen mit der betroffenen Person direkten Kontakt hat. Dieser Kontakt kann aus (gegenseitigen) Besuchen oder auch Telefonaten bestehen. Durch diese persönliche Betreuung (man könnte das auch "Besprechungspflicht" nennen) kann der Betreuer auch erst die Wünsche des Betreuten hinsichtlich seiner Aufgabenkreise erfahren und die aktuell anstehenden Probleme besprechen.

Kann der Betreute seine Wünsche nicht äußern, muß der Betreuer versuchen, den mutmaßlichen Willen des Betreuten herauszufinden. Dabei können Gespräche mit Verwandten und guten Bekannten, aber auch der bisherige Lebenswandel sehr hilfreich sein.

gif/oma.gif (12449 Byte) Oma Rita liegt auf der Intensivstation und wird mittels einer PEG-(Magen-)Sonde künstlich ernährt. Nach 2 Monaten künstlicher Ernährung fordert Nichte Marlene von Betreuer Holger die Abschaltung dieser lebensverlängernden Maßnahme, damit sich Rita nicht weiter quälen muß. Rita hat sich zu Lebzeiten nie zu der Frage geäußert, was sie selbst in solch einer Situation wolle. Da Marlene die einzige noch lebende nahe Verwandte von Rita ist, neigt Holger zur Genehmigung. Da er aber auch ein guter Betreuer ist, beschäftigt er sich vorher nochmal mit Ritas Lebenswandel. Und siehe da: sie ist eine aktive Gläubige, die oft und regelmäßig in den Gottesdienst ging und auch in der Gemeinde aktiv war. Und aus christlicher Sicht ist der Abbruch einer lebensverlängernden Maßnahme nicht annehmbar. Während Marlenes Begründung eher eine Vermutung darstellt, entspricht der aktive christliche Glaube von Oma Rita eher deren Wille. Somit versagt Holger die Genehmigung.