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Bestellung

In den meisten Fällen wird erst einmal innerhalb der Verwandten nach einem Betreuer gesucht. Hier sind meist die besten Kenntnisse der konkreten Probleme vorhanden, es ist zumeist ein entsprechendes Vertrauensverhältnis vorhanden und die betroffene Person muß sich nicht gegenüber einem Fremden offenbaren.

Dennoch hat die Betreuung aus dem Verwandtenkreis auch Nachteile gegenüber einem ehrenamtlichen "fremden" Betreuer. So ist in manchen Fällen das Eigeninteresse des Familienmitgliedes an der Erhaltung eventuell vorhandenen Vermögens  (und dann auch Erbes) höher als das Interesse an einer für den Betroffenen optimalen Betreuung. Auch die Gefahr von schweren familiären Konflikten vor allem im Zusammenhang mit dem Verwalten des Geldes, aber auch medizinischen Fragen, ist nicht zu unterschätzen. Sofern solche Konflikte konkret feststellbar sind, wird das Gericht eher auf die Bestellung von Verwandten verzichten.

gif/oma.gif (12449 Byte) Oma Rita lebt nun schon seit Jahren in einem Altersheim und leidet unter Demenz. In all den Jahren hat sich Nichte Marlene nie persönlich blicken lassen und nur an den Geburtstagen von Rita und zu Weihnachten mal angerufen. Das liegt nicht etwa daran, daß Marlene weit weg wohnen würde - nein, sie lebt in der gleichen Stadt. Irgendwann stirbt Opa August, wodurch Rita Alleinerbin eines hohen Vermögens geworden ist. Ab dem Tag der Testamenteröffnung nun kümmert sich Nichte Marlene rührend um Oma Rita - so rührend, daß sie, ohne auch nur bei Rita vorbei zu schauen, einen Antrag auf Betreuung stellte und als Betreuerin praktischerweise sich selbst vorschlug.

In einem solchen Fall dürfte sich der zuständige Richter sehr eingehend mit der Frage beschäftigen müssen, ob Marlene als Betreuerin eingesetzt werden kann und ob nicht zumindest ein Gegenbetreuer mit bestellt werden sollte.

Auch eine ganz andere Konstellation wäre denkbar.

gif/oma.gif (12449 Byte) Oma Rita kommt in ein anderes Heim. Das ist kein Zufall - in diesem Heim arbeitet ihre zweite Nichte, Corinna, im Sekretariat und hat den Umzug organsisiert. Gleichzeitig stellt Corinna mit voller Unterstützung von Rita einen Antrag auf Bestellung zur Betreuerin von Rita - ist ja auch praktisch, da Corinna somit oft zu Rita kann. Zum großen Erstaunen der beiden wird der Antrag jedoch vom Gericht abgelehnt.

Grund für die Ablehnung ist die drohende Abhängigkeit durch die brufliche Stellung von Corinna. Denn hier würde ja die Betreuerin abhängig von der Einrichtung sein, in der sich die Betreute dauerhaft aufhält. Hier hat das Gericht keinen Ermessensspielraum und muss den Antrag ablehnen.