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Bestellung

Laut Gesetz sollen als Betreuer Menschen eingesetzt werden, die geeignet sind, die entsprechenden Aufgaben bei der Betreuung zu erfüllen. Diese Eignung wird jedoch vom Gesetz nicht näher definiert, weswegen es also den Betreuungsgerichten vorbehalten ist, hier allgemeine Kriterien und/oder im Einzelfall spezielle Kriterien zu erlassen. Dabei kann es durchaus vorkommen, daß ein Betreuungsrichter anders entscheidet als ein anderer Betreuungsrichter desselben Gerichts.

Obwohl es also keine konkrete Definition für die Eignung gibt, wird im Allgemeinen von einem Mindestmaß an Voraussetzungen auszugehen sein, die da wären:

  • Volljährigkeit
  • keine eigene seelische oder geistige Behinderung
  • keine psychische Erkrankung
  • keine Suchtkrankheit
  • geordnete wirtschaftliche Situation (also keine Eintragung im Schuldnerverzeichnis und/oder keine eidesstattliche Versicherung)
  • keine laufenden Strafverfahren
  • möglichst keine fallrelevanten Vorstrafen (wie z.B. Betrug, wenn die Vermögensvorsorge zur Aufgabe gehört)
  • gute deutsche Sprachkenntnisse (für die rechtliche Vertretung)
  • Belastbarkeit
  • Fortbildungsbereitschaft
  • Toleranz für abweichendes Verhalten eines zu Betreuenden und natürlich
  • Respekt vor dem Willen des Betreuten und seiner gewünschten Lebensform.

Im Einzelfall kann von diesen Mindestanforderungen in einzelnen Punkten abgesehen werden, wenn dies dem Wohl des zu betreuenden Menschen dient.

Neben diesen persönlichen Mindestvoraussetzung gibt es auch noch eine entsprechend fachliche Qualifikation als Mindestvoraussetzung. Zwar verlangt auch hier der Gesetzgeber keine konkrete Qualifikation, allerdings sollte bei den umfassenden Aufgaben, die ein Betreuer hat, eine Mindestmaß an Lebens-, Bildungs- und Arbeitserfahrung vorhanden sein, um den immer wieder auftretenden Problemen bei einer Betreuung zu begegnen.

gif/oma.gif (12449 Byte) Für Oma Rita geht es ans Eingemachte: sie kann auf Grund Ihrer Demenzerkrankung nicht mehr für sich die notwendigen Entscheidungen treffen. Auf ihren eigenen Wunsch soll Neffe Johannes die ehrenamtliche Betreuung übernehmen. Allerdings stellt sich sehr schnell bei der Betreuungsbehörde heraus, daß Johannes die Schule nach der 8. Klasse ohne Abschluß abgebrochen hat, kaum Deutsch schreiben kann und Probleme hat, auch einfache Texte zu lesen.

Hier dürfte eine mangelnde Schulbildung die Bestellung zum Betreuer trotz des Wunsches von Rita verhindern, weil Johannes wegen seiner Bildungsdefizite kaum in der Lage sein dürfte, Oma Rita rechtlich zu vertreten.

Als Mindestmaß sollten also gelten:

  • qualifizierte Schulbildung
  • abgeschlossene Berufsausbildung
  • Lebenserfahrung
  • möglichst berufliche Erfahrungen.