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Die Gesundheitssorge, die auch Heilbehandlungsbelange umfaßt, betrifft die medizinische Situation eines Betreuten. Grundsätzlich kann sich dabei der Betreuer mit diesem Aufgabenkreis nicht über erforderliche medizinische Maßnahmen ohne Einwilligung des Betreuten entscheiden. Solange dieser die Folgen und Tragweite eines medizinisches Eingriffes verstehen kann, ist nach dem Willen des Betreuten vorzugehen.

Prinzipiell wirkt der Betreuer bei folgenden Fragen im Sinne des Betreuten mit:

  • die Krankenkassenwahl
  • die ärztliche Vorsorge und Ärztewahl
  • Regelungen bei einer Einweisung in ein Krankenhaus
  • die Einleitung und Zustimmung zu einer stationären oder ambulanten Therapie
  • die Einwilligung in Untersuchungen, Operationen und Heilmaßnahmen
  • die Einwilligung zur Verabreichung von Medikamenten sowie
  • die Organisation von ambulanter Pflege zu Hause.

Der Betreuer hat jedoch nicht das Recht, einer Unterbringung aus medizinischen Gründen zuzustimmen: das wäre eine freiheitsentziehende Maßnahme, zu der der Aufgabenkreis Aufenthaltsbestimmung zusätzlich notwendig wäre.

Die Einwilligung in einer Heilbehandlung, einer medizinischen Untersuchung oder eines ärztlichen Eingriffs (OP) ist von einer Genehmigung des Gerichtes abhängig, wenn die begründete Gefahr besteht, dass die Maßnahme für den Betreuten lebensbedrohlich, tödlich oder mit einem länger dauernden gesundheitlichen Schaden endet. Auf diese Genehmigung des Betreuungsgericht kann nur dann verzichtet werden, wenn im Gefahr im Verzug besteht, also z.B. nur durch eine riskante Not-OP das Leben überhaupt gerettet werden kann. Diese Ausnahmeerlaubnis gilt jedoch nicht bei Heilbehandlungen oder Untersuchungen - hier ist also das Gericht rechtzeitig zu informieren.

Oftmaliger Streitpunkt in diesem Zusammenhang ist das Anlegen einer PEG-Sonde, also eine künstliche Ernährung. Prinzipiell muß der Betreuer bei einer solchen lebensverlängerden Maßnahme eine Entscheidung treffen - er stimmt zu oder lehnt diese ab. Letzteres ist dann meist der Fall, wenn der Betreute irreversibel erkrankt ist und die Ablehnung der künstlichen Ernährung dem tatsächlichen oder mutmaßlichen Willen des Betreuten entspricht.

Aus diesem Punkt kann man schon ersehen, daß der Aufgabenkreis sehr kritisch werden kann, vor allem, wenn der Betreuer ein direkter Verwandter des Betreuten ist.