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Dieser Aufgabenkreis, der mitunter auch "Wohnungsangelegenheiten" genannt wird, wird sehr häufig vom Gericht angeordnet und berechtigt den Betreuer zur rechtlichen Vertretungen bei allen Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Wohnsituation des Betreuten.

Meist geht es hierbei dann um die Beschaffung und den Erhalt von Wohnraum. Das bedeutet dann zum Beispiel die Suche nach einer neuen Wohnung (sofern notwendig), den Abschluß des Mietvertrages, die Kontrolle darüber, daß die Miete pünktlich gezahlt wird, den Kontakt zum Vermieter und auch die Abwendung einer eventuellen Räumungsklage. Auch die Prüfung und Antragstellung auf staatliche Leistungen wie das Wohngeld oder die Kosten der Unterkunft durch die Grundsicherung werden vom Betreuer durchgeführt. Wohnungsauflösungen sind allerdings nur nach Antrag bei dem Betreuungsgericht möglich.

Da in diesem Aufgabenkreis die Miete und deren Zahlung eine große Rolle spielt, wird oftmals neben diesem Aufgabenkreis auch der der Vermögenssorge zugeteilt.

Aufenthaltsbestimmung kennzeichnet die Entscheidung, daß der Betreute von seiner Wohnung z.B. in ein Heim umziehen soll, weil er nicht mehr in der Lage ist, selbst seinen Haushalt auch mit fremder Hilfe zu führen. Hier hat der Betreuer ein geeignetes Heim zu suchen und den Betreuten auf einen Umzug vorzubereiten. Weigert sich der Betreute jedoch, einen solchen Umzug vorzunehmen, kann der Betreuer nicht gegen den Willen des Betreuten handeln, sondern muß eine Genehmigung bei dem Gericht beantragen.

Ein spezielles Thema bei diesem Aufgabenkreis ist die sogenannte "Unterbringung". Darunter ist eine freiheitsentziehende Maßnahme des Betreuers gemeint, bei der der Betreute entweder in einem beschränkten Raum festgehalten und/oder ständig überwacht wird und/oder die Kontaktmöglichkeiten des Betreuten zu dritten Personen durch Sicherungsmaßnahmen verhindert wird. Das hört sich jetzt nach Gefängnis an, meint es aber nicht. Vielmehr soll eine solche Unterbringung dann erfolgen, wenn die Gefahr besteht, daß sich der Betreute selbst tötet oder eine dringende medizinische Notwendigkeit für die Unterbringung spricht. Dementsprechend handelt es sich bei dem Unterbringungort meistens um ein Krankenhaus oder ein Heim, ab und zu auch um eine Wohnung.

Ein Freiheitsentzug, wie es die Unterbringung darstellt, berührt ganz stark ein grundgesetzliches Recht, nämlich den Artikel 2 des Grundgesetzes: "Die Freiheit der Person ist unverletzlich.". Daher ist vom Betreuer hier ganz penibel auf die Verhältnismäßigkeit einer Unterbringung zu achten. Machen wir das an einem Beispiel deutlich:

gif/oma.gif (12449 Byte) Nach 55 Jahre Ehe stirbt unerwartet August, der Mann von Oma Rita. Sie ist am Boden zerstört und spricht in der Zeit zwischen Tod und Begräbnis zweimal davon, daß sie nicht wisse, was sie ohne August machen soll. Ihr Betreuer Johannes bekommt das mit und befürchtet eine Suzidgefahr. Also ordnet er eine freiheitsentziehende Unterbringung in einer geeigneten Schutzeinrichtung an.

Hier könnte Johannes ganz großen Ärger bekommen: zwar hat er es gut mit Rita gemeint, aber die Verhältnismäßigkeit ist hier nicht ausreichend: die bloße Möglichkeit eines eventuellen Selbstmordes ist nicht für eine Unterbringung ausreichend. Vielmehr muß eine hohe Wahrscheinlichkeit eines Schadens für den Betreuten bestehen.